„… nimmer vergeht, was du liebend getan.“

Am Freitag, dem 5. September 2025, versammelte sich die Gemeinde Grünau in der Kirche Berlin-Altglienicke, um gemeinsam Abschied zu nehmen. Da die Kirche und auch die Nebenräume vollbesetzt waren, verfolgten einige Besucher den Gottesdienst auch neben dem Gebäude per Übertragung.

Der Gemeindeevangelist und Vorsteher Rainer Heinecke war wenige Tage zuvor, am 15. August, nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren verstorben. Neben der Trauerfamilie und der heimischen Gemeinde nahmen zahlreiche Freunde, Bekannte sowie viele seiner Arbeitskollegen am Trostgottesdienst teil.

Nach dem Verlesen des Bibelwortes aus Johannes 16, 22–23 „Auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an jenem Tage werdet ihr mich nichts fragen.“ sang der Chor das Lied „Ich bin ein Gast auf Erden“, eines der Lieblingslieder des Heimgegangenen.

In seiner Predigt stellte Bischof Udo Knispel das liebevolle Wesen des Verstorbenen in den Mittelpunkt – geprägt von dem stetigen Bemühen um Frieden und Harmonie. Das Miteinander, das Gefühl des Dazugehörens innerhalb der Gemeinde, war für ihn von zentraler Bedeutung. Er sorgte dafür, dass die Kinder sichtbar und eingebunden waren, hörte aufmerksam auf die Sorgen der Jugend und schätzte zugleich die Erfahrungen der älteren Gemeindemitglieder. Der Austausch zwischen den Generationen war ihm ein echtes Herzensanliegen. Seine Offenheit gegenüber Neuem und seine Bereitschaft, Entwicklungen zuzulassen, prägten die Gemeinde nachhaltig – besonders in den Jahren, in denen sie stetig gewachsen ist. Viele fanden durch ihn schnell Anschluss in der neuen Heimatgemeinde – besonders nach der Schließung der Gemeinden Berlin-Lichtenberg und Berlin-Treptow. Jeder und jede hatte Platz in seinem Herzen. Die große Zahl der erschienenen Kollegen, Freunde und Weggefährten zeugt von seiner tiefen Menschenverbundenheit und seinem großen Herzen. Bischof Knispel würdigte insbesondere auch seine selbstlose Hingabe und seinen unermüdlichen Einsatz für die Gemeinde. Nie verlangte er Lob oder besondere Anerkennung. Sein Dienst war geprägt von echter Demut. Ein besonderer Dank galt seiner Frau Ute, die ihn in seinem seelsorgerischen und gemeindlichen Wirken stets unterstützte.

Nach Co-Predigten der Priester Martin Lucke und Carsten Hartwig sprach Apostel Helmut Kasper in seinem Predigtbeitrag von einigen persönlichen Begegnungen mit Rainer Heinecke. Auch er hob dessen liebevolles Wesen hervor und bezog sich auf das Bibelwort – besonders auf die Stelle: „… und ihr werdet mich nichts fragen.“ Er erläuterte, dass es nicht um ein plötzliches Verstehen oder Allwissen geht, sondern darum, dass im ewigen Frieden alle Fragen und Zweifel keine Bedeutung mehr haben. Zum Abschluss des Gottesdienstes verließen die Angehörigen in stiller Andacht die Kirche, während der Chor das irische Segenslied „Möge die Sonn’ dir scheinen“ sang. In besonderer Stille endete der Trostgottesdienst mit den Worten: „… und bis wir uns wiedersehn, halte Gott dich fest in seiner Hand.“